Zuletzt aktualisiert am 02.08.2014

Golfbälle: eine wenig beachtete Materie


Vermehrt taucht nun immer die Frage nach den richtigen Golfball auf. Da schweben, quasi von Generation zu Generation überlieferte alte Ideen in den Köpfen der Golfer herum. Aber díe Zeiten der gewundenen alten Herstellungsmethode ist vorbei .Harvey- Pennick, die leider schon verstorbene Golflehrer Legende (The little red book), war aus heutiger Sicht falsch, als er empfahl einen härteren Ball zu verwenden um mehr Weite zu erzielen und dies mittels Aufspringen auf einem harten Untergrund zu ermitteln. Derjenige der am höchsten abspringt ist der Härteste ergo er würde auch am Weitesten fliegen. Mittlerweile weis man die wichtigsten Details warum Golfbälle weit fliegen,diese sind:

a) die Geschwindigkeit welche der Schlägerkopf im Treffmoment (Impact) beim Auftreffen auf den Ball
b) der Winkel mit dem der Ball getroffen wird bzw. mit dem er dann abfliegt
c)Die Spinrate(also der Drall) den der Ball hat, ist diese Spinrate zu niedrig oder hoch, alles geht auf Kosten der
Distanz
d) Aerodynamische Beschaffenheit des Balles..sprich Dimples etc.

Es ist also nicht die Härte des Balles entscheidend, sondern ein Zusammenspiel aller 4 oben aufgeführten Punkte für optimale Weite notwendig. Die ebenfalls oft ins Spiel gebrachte Temperatur hat eine eher untergeordnete Rolle, wenn man weis, das erst nach 6 Stunden der Ball im Kern die gleiche Temperatur wie außerhalb hat.Natürlich ist es besser wenn die Luft heiß und wenig dicht -sprich neblig,feucht ist. Aber der Feuchtigkeitseinfluss, außer bei starkem Regen ist nicht so dramatisch. Das Alter der Golfbälle, besonders moderner ist für den Normalgolfer ebenfalls ziemlich unbedeutend. Ich habe 10 Jahre alte Golfbälle aus meiner Garage gespielt und habe vielleicht nur 1& Verlust an Spielbarkeit festgestellt.
Ebenfalls wenig bringt das manchmal probagierte “Seaming” dh. asymmetrische gestalten der Bälle.

Dimples und Kompression:
Die USGA und R&-A haben nie ernsthaft die Anzahl der Dimples spezifiziert. Die wäre extrem kompliziert und würde die Entwicklung der Hersteller zu sehr beeinflussen, soweit mir bekannt ist. Es ist sehr viel einfacher und leichter, den Ball über die Größe und Spezifikation zu deklarieren. Früher in Zeiten der rein gewundenen,kleinkernigen Bälle spielte man gerne Bälle mit unterschiedlicher Kompression. 90,80 oder Damen mit weniger Kompression (Härte und Elastizität))sogar nur 70. Heute durch die moderne neue Bauart spielt dies kaum eine Rolle und sogar Spitzenspieler verwenden heutzutage Bälle nur noch mit einer Kompression von ca. 80. Grundsätzlich ist der Unterschied bei Top-Markenbällen sehr sehr gering.

Dafür müssen Sie aber für ein Dutzend xa. 40-40€ hinlegen. Bei billigeren Bällen achten Sie darauf, wie der Spin (Dralleigenschaft) zu Ihren Eisen und Hölzern paßt. Aber erwarten Sie trotzdem nicht von Bällen, daß Sie deshalb 4-5 Schläge besser spielen.
Deshalb mein Rat bei der Wahl der Bälle, nehmen Sie diejenigen, zu denen Sie am meisten Vertrauen haben…den Sie wissen ja…”trauen Sie Ihrem Bauch”!

Bevor Sie nun die Schläger einmotten oder für den bevorstehenden Winterurlaub in einer südlichen Destination Bälle einpacken, denken Sie daran…auf Meereshöhe fliegen Bälle nicht so weit, egal welcher Bauart, als in Höhenlagen. Hierzu ein Reisetip: In der für Kontinentaleuropäer schwierigen Zeit , Dezember bis Ende Februar kann ich aufgrund meiner langen Erfahrung nur raten, lieber ein paar Flugstunden mehr und sicheres warmes Wetter.

Besonders die Golfplätze in Asien und Florida sind zur Zeit enorm günstig und der Preisunterschied wegen des längeren Fluges ist oft nur minimal. Nichts ist schlimmer als eine 6 Stunden-Runde oder ein ausgestorbenes Hotel bei Regen und kaltem Wind, was schon des öfteren passiert ist, da nehme ich gerne ein paar Stunden mehr Flug in Kauf. Der Mittelmeerraum ist hervorragend im November – März, April.Wenn Sie nun nach der obligaten Martinigans ein paar Wochen verdiente “Golfpause” machen, überlegen Sie, bevor Sie der Bazillus wieder packt…was Sie in der neuen Saison besser machen wollen…

Besonders “Gute Besserung” möchte ich an dieser Stelle , ich glaube im Namen aller Golfer hier Severiano Ballesteros wünschen. “Seve” war die Seele, derjenige der mit unglaublichem Mut und Herz in Kontinental-Europa Golf aus dem Dornröschenschlaf erweckt und dem Golfatlas hinzugefügt hat. Wir alle drücken Seve alle Daumen, dass er bald wieder am Tee steht. Als meine persönliche Erinnerung ein Foto in jungen Jahren, als ich in einem Turnier auf ihn traf.

Autor: Heinz Schmidbauer