Zuletzt aktualisiert am 26.10.2014

Golf & Fitness


Fairway und Fitness

Das verbreitete Vorurteil, Golf erfordere keine besondere Fitness, ist leicht widerlegt: Auf einer 18-Löcher-Runde werden zwischen 100 und 200 Schwüngen absolviert und zwischen acht und zehn Kilometer zurückgelegt. Immerhin sind die Spieler dabei gut vier Stunden unterwegs. Personen mit guter Grundlagenausdauer sind also im Vorteil, denn sie können sich während des gesamten Spiels besser konzentrieren, um ihre Schläge technisch optimal auszuführen. Besonders am Ende der Runde schlägt das zu Buche. Um die Grundlagenausdauer zu verbessern, sind beispielsweise das Training am Ergometer, leichtes Joggen oder Walken geeignet.

Im Vergleich zu anderen Sportarten ist Golfen für den Bewegungsapparat eher ungefährlich. Voraussetzung für eine niedrige Verletzungsrate sind eine gute Vorbereitung und eine technisch saubere Ausführung des Schwungs. Gerade für den Spitzensportler, der große Weiten erzielen möchte, ist eine schnellkräftige Bewegung wichtig. Gleichmäßige Kraft im Sinne einer Ganzkörperspannung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Schlaglänge und -präzision und sorgt für eine geringere Belastung des Bewegungsapparates. Wer sich also um eine gute Golftechnik bemüht, erreicht gleich zweierlei: Er verbessert seinen Score und schont den Stütz- und Bewegungsapparat des Körpers. Beim Golfen steht zwar die Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie der Schulter- und Hüftgelenke im Mittelpunkt. Klassisches Krafttraining, wie etwa Gewichtheben, ist aber als Grundlage hilfreich in Bezug auf eine Verletzungsprophylaxe.

Es hört sich einfach an, wird aber von den meisten Golfern zu selten beachtet: wichtig ist das Aufwärmen und Stretching vor dem Spiel. Nur rund jeder Fünfte nimmt sich dafür zehn Minuten oder mehr, wie Fachleute immer wieder empfehlen. Gute Spieler mit niedrigerem Handicap und Profis beherzigen den Rat häufiger. Wichtig und einfach umzusetzen ist auch der Tipp, schon vor der Runde ausreichend zu trinken und zu essen. Auch während des Spiels gilt, dass getrunken werden sollte, bevor ein Durstgefühl auftritt. Immerhin ist man auf einer 18-Löcher-Runde über vier Stunden unterwegs!

Zum Schluss eine weitere gute Nachricht: Auch im übertragenen Sinn ist Golfen ein „Herzsport“ mit präventivem Charakter, denn es hat kardioprotektive, also das Herz schützende Effekte. Wer drei bis vier Stunden Golf pro Woche spielt, erzielt vergleichbare Effekte wie jemand, der etwa zweieinhalb bis drei Stunden walkt. Und auch als Rehabilitationssport, beispielsweise nach einem Schlaganfall, ist Golf aufgrund der hohen Konzentrations- und Koordinationsanforderungen inzwischen auf dem Vormarsch.

Kennt man einen, kennt man alle

Alle Golfplätze sind nach einem ähnlichen Muster aufgebaut und verfügen über identische Einrichtungen. Zum üben gibt es die Driving Range (für lange Schläge), das Chipping oder Pitching Grün (für kurze Schläge) und das Putting Grün (zum Üben des Puttens). Außerdem kann es noch mehrere Kurzbahnen (Kurzplatz) geben, auf denen auch ohne Platzreife gespielt werden darf.

Außerdem verfügt jeder Club über ein Clubhaus mit sanitären Anlagen, Umkleideräumen und dem so genannten 19. Loch, einer Gaststätte. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft für Golfartikel) befindet sich in der Regel im Clubhaus. Bei neu gegründeten Golfanlagen dient oft ein Container- oder ein Gartenhaus als provisorisches Clubhaus.

Weitere Gebäude dienen zur Unterbringung von Rasenmähern und Golf Carts (Elektroautos für Golfer. Schließlich gehört zu einem Golfplatz noch der Parkplatz, der manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste unterteilt ist.

Jede Golfbahn beginnt mit der Fläche für den Abschlag. Daran schließt sich das Fairway an. Am Ende des Fairways folgt dann das Grün. Auf dem Grün befindet sich das Loch mit der Fahne. Da jeder Bereich, Abschlag, Fairway und Grün, unterschiedliche Eigenschaften aufweisen muss, werden auch unterschiedliche Rasensorten verwendet.
Die Grüns sind immer am kürzesten geschmäht, da hier der Ball sauber rollen können muss.

Als weitere Elemente auf der Golfbahn findet man die Bunker (mit Sand gefüllte Löcher), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe) und natürlich das Rough (längeres Gras bis hin zu ungepflegtem Gelände), dass sich am Rande des Fairways befindet.

Ein typischer Golfplatz benötigt ca. 60 bis 90 Hektar für 18 Spielbahnen, mit einer Länge von etwa 5.000 bis 6.600 Metern. Inzwischen werden auch häufig kleinere Plätze – 9-Löcher, 6-Löcher oder sogar 3-Löcher – gebaut, die gerne von Golfern genutzt werden, denen nicht allzu viel Zeit zur Verfügung steht.

Die Sache mit dem PAR

Die Verteilung der Löcher und der Hindernisse, zum Bespiel Sandbunker und Teiche, übernimmt der Golfplatzarchitekt, dessen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind – er muss sich aber grundsätzlich an die Vorgaben Par 3, Par 4 und Par 5 halten. „Par“ steht für die Standardschlagzahl, die ein geübter Golfer benötigt, um den Ball im Loch zu versenken. Die Länge der Löcher ist dabei auch fest vorgegeben: Bahnen mit bis zu 229 Metern sind ein Par 3, zwischen 230 und 430 Meter Länge sind die Bahnen ein Par 4 und Bahnen mit über 431 Metern sind ein Par 5.